Der Name Falkenhorst...
... tauchte erstmals gegen Ende des Jahres 1920 auf, als eine recht günstig gelegene und brauchbare Platzanlage an der Ludwigstraße ( der heutigen Horsthauser Straße ) entstand, Stolz prangte seit Januar 1921 dort über dem Eingangstor die Inschrift "Falkenhorst-Sportplatz". Falkenhorst war nunmehr die Turn- und Sportabteilung von St. Josef.
Es war bis dahin ein eigenartiger, auf die Dauer unerträglicher Zustand, die Abteilungen nach den Titeln der einzelnen Pfarrgemeinden zu benennen. Es kamen in den Presseberichten doch gar zu merkwürdige Situationen vor, z.B. wenn St. Josef gegen St. Marien kämpfte und etwa Herz.Jesu den Schiedsrichter stellte. Das musste geändert werden, und so ging man denn auf die Suche nach einem geeigneten Namen. Unsere Abteilung wählte im Januar 1921 den auffallenden, aber überaus treffenden Namen "Falkenhorst".
Über die Wahl des Namens gibt es verschiedene Vermutungen. Einer unbestätigten Überlieferung nach, soll die Wanderabteilung bei Schacht V öfter Falken gefangen haben. Ein solch ausgestopfter Falke habe das Vereinsheim geziert. Der damalige Präses Menke erklärte anlässlich der 40-jährigen Jubelfeier: "Wie der Falke, so solle die Jugend stolz, frei und mutig sein und von ihrem Horst ( Horsthausen ) aus ihre Schwingen zu kraftvoller, geistiger und körperlicher Entfaltung erheben. Dabei habe die Bildung der gesamten Persönlichkeit durch Charakterformung im Vordergrund zu stehen. Durch den Sport allein wäre dies nicht erreicht worden, tiefere und edlere Werte mussten geschaffen werden, die sich in Liebe, Opferbereitschaft und guter Kameradschaft auswirkten. Statt Körperkult sei eine wahre Körperkultur zu erstreben, gesunde und frohgemunte Menschen". Als Vereinswahlspruch hatte man sich das Wort des Falken aus Webers "Dreizehnlinden" erkoren:
"... Lasst sie schwatzen!
Falkenhorst ist stolz und mutig,
stets bereit, dem Trotz zu trotzen,
sei auch Fang und Feder blutig".
Diesem Wahlspruch getreu hat "Falkenhorst" auf fast allen sportlichen Gebieten -sei es auf dem Felde des Fußballs, sei es im Handball- und Faustballspiel, sei es in den verschiedenen Spielarten der Leichtathletik- sich eifrig bestätigt und trotz mannigfacher Misserfolge und Niederlagen immer wieder den Flug in die Höhe gewagt und manche stolze Höhepunkte erreicht. Wir erinnern an die geschlossene Beteiligung der Fußballer am Jubelfest des Verbandes zu Pfingsten 1921 in Düsseldorf, an die prächtige Fahrt der 25 Falken zum Verbandstag zu Nürnberg, an die Fahrt der Handballer im August 1924 nach Frankfurt am Main, wo ihnen als Kreismeister im Rhein-Weser-Kreis die hohe Ehre zufiel, mit Frankfurt-Sachsenhausen um die Verbandsmeisterschaft zu kämpfen, u.a.m.. Besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle auch das Wandern, das bereits vor dem 1.Weltkrieg eifrig gepflegt wurde und nach dem Kriege durch Gründung einer Wanderabteilung, die sich später der Richtung der "Kreuzfahrer" anschloss, eine hohe Bedeutung erlangte, denn in ihr lebte ein hoher idealer Schwung, der sich in der Enthaltung von Nikotin und Alkohol, der Pflege des Volksliedes usw. ausprägte. Die Abteilung hat manche frohe Wanderfahrt in die Nähe und Ferne -gar bis an des Nordmeeres Strand- unternommen.
Zeitweise hat "Falkenhorst" auch eine Gesangsabteilung gehabt, deren Tätigkeit leider nicht von langer Dauer war. Man überließ das Singen jedoch nie ganz dem Kirchenchor.
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